Historische Tänze
Foto: Johannes Ewen
Die Welt des Mittelalters und der Renaissance bot viele Anlässe zum Tanzen. Ob es nun ein Ball bei Hofe war oder ein fröhliches Zusammensein im Dorf – immer wieder fand man sich in geselligen Gruppen zusammen, um beim Tanz die Sorgen des Alltags zu vergessen, einen (körperbetonten) kleinen Plausch zu halten oder auch wild zu flirten.
Erhaben daherschreiten, sich wild drehen, im Kreis oder in Reihen, in der Gruppe oder als Paar – die Tänze dieser Zeit bieten ein breites Spektrum an Möglichkeiten, Geselligkeit und vor allem viel Spaß. Dabei sind sie leicht zu erlernen, so dass sich jeder, mit oder ohne Tanzerfahrung, heranwagen kann. Tänzerinnen und Tänzer in Gewandung sind sehr willkommen. Weite Röcke bringen Spaß.
Monatlicher Workshop
Samstags von 15–18 Uhr · Termine & Anmeldung bei Max7
Argentinischer Tango
Foto: JoHempel
Dynamische Musik weht über das Parkett, begleitet von einigen Tanzpaaren, die sich so unterschiedlich dazu bewegen. Ein Paar vollführt gerade mit lauter schnellen Schritten eine kreisende Bewegung umeinander, während das nächste mit einer ausladenden Bewegung einen großen Kreis auf den Boden zu zeichnen scheint und man bei einem weiteren elegant ein Bein durch die Luft schwingen sieht. Und trotzdem scheint jedes Paar auf seine Weise vertieft in den Klang der Musik, vertieft in jeden Schritt, in jede Bewegung zu sein.
So begegneten wir, Oliver und Lucia, dem Argentinischen Tango und konnten uns nach dem ersten Kennenlernen dann auch nicht mehr von ihm trennen. Denn so schön es auch sein mag den Paaren auf der Tanzfläche zuzusehen, noch viel schöner ist es den Argentinischen Tango selbst zu erleben.
Ein Grund dafür ist die starke Improvisation im Tango. Tatsächlich existieren keine festen Schrittfolgen, sodass jeder Taktschlag der Musik anders interpretiert, jeder Schritt – oder auch nur jeder halbe – „anders" improvisiert werden kann und geführt werden muss. Der Tango entsteht also in Wirklichkeit erst im Moment des Tanzens.
Damit ist natürlich eine starke Interaktion zwischen den Tanzpartnern verbunden, jeder Augenblick wird kommuniziert. So verschmilzt man während des Tanzes mit der Musik, dem Gegenüber, dem Augenblick. Und es macht unglaublich viel Spaß!
Irgendwann stellt sich jeder Tangotänzer und jede Tangotänzerin die Frage, was für einen Tango er oder sie eigentlich tanzen möchte. Natürlich, argentinischen. Aber klassisch oder modern bzw. neo? Das hängt nicht nur von der Musik ab, die man beim Tanzen hört – bei der es zugegebenermaßen auch große Unterschiede gibt. Was viel essentieller ist, ist „die Art" des Tanzens, wie das Paar den Tango versteht und ihn umsetzt. Dieses Verständnis vom Tango ist oft von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich, sodass man sich seine eigene Meinung bilden muss.
Wir, Oliver und Lucia, haben ein klassisches Verständnis vom Paar und von der Bewegungsdynamik, gleichzeitig tanzen wir sehr gern die weit ausladenden Elemente des Neo-Tango und wenden den Tango auch mal auf Stücke an, die eigentlich gar kein Tango sind. Wir versuchen also – obwohl wir eher Neo-Tango tanzen – die verschiedenen Facetten des Tango zu verbinden.
Im Unterricht ist uns deswegen besonders wichtig, auch diesen Aspekt der unterschiedlichen Wahrnehmungen des Tango und seiner Dynamik zu vermitteln. Außerdem möchten wir jedes Tanzpaar auf seinem persönlichen Tango-Weg unterstützen und Spiel, Spaß und Spannung verbreiten.
Ihr seht schon, wir sind angesteckt. Und nachdem wir nun ein paar Erfahrungen gesammelt haben, möchten wir auch euch anstecken! Ihr seid also herzlich eingeladen, mit uns diesen wundervollen Tanz kennenzulernen!